Ruinöse Auswirkungen
 

Als langjähriger ehemaliger Obmann des Wirtschaftskammerbezirkes Bad Aussee möchte ich mich auf die Betrachtung des wirtschaftlichen Aspektes dieses Projektes beschränken.

 

Der vorliegende Plan mit 4.000 m2 Geschäftsfläche würde eine Steigerung der gegenwärtig vorhandenen gesamten Geschäftsfläche im Gemeindegebiet von Bad Aussee um ca. 40 % mit sich bringen. Das mögen Leute, die sich nur als Konsumenten verstehen, begrüßen, weil sie sich davon ein breiteres Warenangebot versprechen.

 

Betrachtet man allerdings die sich daraus ergebenden Folgen genauer, muss man kein Prophet sein um von einer solchen eklatanten Erweitung eher negative Auswirkungen zu erwarten.

 

Die Tatsache, dass unsere Kleinstadt wegen seiner geographischen Lage über ein sehr bescheidenes Einzugsgebiet für den Handel verfügt und sich der heimische Markt auch kaum erweitern lässt, ergibt sich nicht zuletzt aus Analysen, die von der Wirtschaftskammer bereits vor einigen Jahren durchgeführt wurden. Das bedeutet aber, dass es im Falle der Verwirklichung dieses, in seinem Umfang völlig überzogenen Projektes, nicht zu der behaupteten Belebung des Stadtzentrums kommen würde, sondern ganz im Gegenteil zu einem Verdrängungswettbewerb zwischen den alten und neuen Geschäften, der für die Handelslandschaft in Bad Aussee und damit für die Struktur des Ortskernes ruinöse Auswirkungen hätte. Ein Fiasko auch für den Tourismus.

 

Der Einkauf von Einheimischen außerhalb der Region würde sich, wenn man das Kaufverhalten genauer beleuchtet, nicht entscheidend verringern und ein Zuzug von Kaufkraft von außerhalb des Ausseerlandes ist wegen der benachbarten Einkaufszentren Bad Ischl im Norden und Liezen im Süden erst recht nicht zu erwarten.

 

Spätestens dann, wenn mangels Kunden in der neuen Anlage dann leere Geschäftslokale stehen und in den angestammten Geschäftsstrassen des Ortes viele Auslagen mit Packpapier verklebt sein werden, wird der letzte anfänglich euphorische Konsument und wahrscheinlich auch die beratungsresistente Gemeindeführung ihren Trugschluss erkennen.

 

KR Dkfm. Herbert Laimer

 

 

 

"Wir müssen aus Betroffenen Beteiligte machen"

 

Den Bürger/innen von Bad Aussee wurde das Recht auf Mitbestimmung von der rot-schwarzen Gemeindeführung bislang schlicht weg unterschlagen. Mir ist zuvor kein Bürgermeister untergekommen, der seiner Bevölkerung eine Volksbefragung, die von 600 Menschen unterzeichnet wurde, mit "juristischen Spitzfindigkeiten" vorenthalten hat. Mit Rückgrat, wäre man der dem Wunsch der Bevölkerung nachgekommen und hätte diese in leicht abgeänderter Form im Gemeinderat beschlossen.  

 

Vorhaben wie die Verbauung des Reiterer-Plateaus oder die geplante Einhausung der Traun mittels Parkhaus und angeschlossenen Geschäftsflächen, brauchen eine breite Einbindung der Menschen, bevor Schritte der Realisierung gesetzt werden. Aussee läuft derzeit Gefahr, jene unverwechselbare, einzigartige Kulturlandschaft und Baukultur zu verlieren, die auch im ökonomischen Sinn, ihr höchstes "Kapital" ist. Trends wie "Einkaufsflächenmaximierung" oder Großprojekte fernab der gewachsenen Strukturen führen direkt in die "Sackgasse der Masse". Dort sind bekanntlich kaum qualitative Arbeitsplätze zu lukrieren und die Wertschöpfung sinkt langfristig ab. Es wäre höchst an der Zeit, dass Bürgermeister Franz Frosch & Co. erkennen, dass eine zeitgemäße Kommunalpolitik, alle Menschen konstruktiv und transparent in Entscheidungen einbinden muss. Erfolgreich ist Politik dann, wenn sie aus Betroffenen Beteiligte macht. Die Flucht vor der Bevölkerung sicher ist keine Lösung.

LAbg. Lambert Schönleitner

 

 

 

Einfalt statt Klugheit

Was zeichnet kluge Entscheidungsträger aus? Sie denken langfristig und lassen sich von kompetenten Fachleuten beraten (wie z.B. von den international renommierten Raumplanern Gerlind Weber und Reinhard Seiß, beide Oberösterreicher) – sie wissen, wie Sokrates, dass sie nichts wissen und lernen dazu. Sie sprechen mit den Betroffenen (Geschäftsleuten) und nehmen deren Einwände ernst. Sie suchen andere Gemeinden auf (z.B. Ottensheim) und schauen, wie es dort (besser als bei uns) funktioniert. Sie ahmen Positives nach und vermeiden Negatives – das längst erwiesen und in vielen Orten (z.B. in Gröbming) zu besichtigen ist. Es geht ihnen nicht um Projekte für das eigene Prestige – kluge Entscheidungsträger suchen gemeinsam mit den Bürger/innen nach innovativen Wegen.Und noch etwas zeichnet kluge Menschen aus: Sie sind zur Einsicht fähig und flexibel genug, um umzukehren, ehe sie den Karren an die Wand gefahren haben.Leider ist die Ausseer Gemeindeführung immun gegen Klugheit und Vernunft: Es regieren die Einfalt und damit verbundene Sturheit. Der wütende Bürger darf dennoch nicht resignieren: Er soll sich artikulieren und bei der nächsten Wahl sehr genau überlegen, wem er seine Stimme gibt.

Dr. Elisabeth Welzig

 

 

 „Für mich ist die Traunüberbauung eine Tragödie, ein Schildbürgerstreich ohne gleichen und das sage ich nicht zum ersten Mal. Aber ich sehe auch, dass jene die das Projekt forcieren, das nicht aus Bösartigkeit tun, oder um ihrer Zerstörungswut zu frönen. Sie wollen nur das Beste und das ist bekanntermaßen oft das Schlimmste.“

Alfred Komarek am 8. April 2012 in der „Kleinen Zeitung“

 

 

„Die Branchen, die uns fehlen, gehen nicht nach Aussee und alles Andere kriegen wir locker in den leer stehenden Geschäften unter, was den Stadtkern attraktiver machen würde.“

Helga Rastl-Brandauer

 

 

„Mir erscheinen die geplanten Verkaufsflächen von 4000m² im Verhältnis zu den vorhandenen Handelsflächen entschieden zu groß. Diese neuen Flächen werden durch das eingeschränkte Einzugsgebiet und und durch die schwierge und teure Bauplatzsituation kaum wirtschaftlich zu führen sein. Außerdem ist die Überbauung der Traun ein Schildbürgerstreich..“ Gerhard Steinhuber

 

 

Genug Parkplätze, aber kein Konzept

 

Seit Jahren ist bekannt, dass die Parkplätze „Gimpelinsel“ und „Lederergasse“ nach Übersiedlung des Spitals frei werden. (Zusammen mehr als 60 Stellplätze). Seit drei Monaten herrscht auf der Gimpelinsel gähnende Leere. Gleichzeitig verstellen Dutzende Dauerparker den ganzen Tag die für unsere Kunden und Gäste wichtigen und wertvollen zentralen Stellplätze. Der Begriff „Parkplatzmanagement“ ist unseren Bürgermeistern nicht bekannt. Um das Problem zu lösen brauchen wir gar keine teuren Studien. Ein Gespräch mit unserem Parkplatzwächter, Herrn Leimböck, der täglich auf den Ausseer Parkplätzen unterwegs ist, würde genügen. Er weiß nämlich viel besser als die Schreibtischbeobachter (fast hätte ich geschrieben: Schreibtischtäter) wo der Schuh drückt. Wenn ein Ausseer sagt „I find kan Parkplatz“ meint er seinen Lieblingsplatz möglichst vor der jeweiligen Geschäftstür. Wenn sein Lieblingsparkplatz in der Hauptstraße, am Oppauerplatz oder am Chlumeckyplatz (Wochenmarkt!) nicht frei ist, helfen ihm auch dreitausend  Stellplätze im „Trauncenter“ nicht. (Dass im Trauncenter 300 Stellplätze geschaffen werden ist im Übrigen ein Schmäh. 14O Stellplätze sind jetzt schon vorhanden, mindestens 100 Stellplätze sind für die 4.000m² Verkaufsfläche im Trauncenter nötig, bleiben maximal 60 (in Worten sechzig) neue Stellplätze und nicht 300!) Gäste schütteln den Kopf, wenn sie von den Parkplatzsorgen in unserem kleinen „Städtchen Drumherum“ (Mira Lobe/Susi Weigel) hören. Die Ausseer Verkehrspolitik ist von vorgestern und kennt nur Autos mit Straßen und Parkplätzen. Fußgänger, Radfahrer und Öffentlicher Verkehr existieren nicht.

Wir wünschen uns nicht nur  eine nachhaltige, zukunftsfähige sondern vor allemeine enkeltaugliche Planung und Politik (nicht nur bei den Parkplätzen).

Gottfried Hochstetter

 

Dr. Christof Spörk - Musiker, Kabarettist am 08.08.2013

 

Bad Aussee ist mir als Heimatort meiner Großeltern und meiner Mutter immer besonders vertraut und nahe gewesen. Als reisender Musiker und Kabarettist durfte ich viele Kleinstädte im deutschsprachigen Raum kennen lernen. Nur wenige davon können sich mit der Schönheit Bad Aussees messen. Viele davon haben leider ihre ehemalige Schönheit durch kurzfristige und oft fatal falsche Entscheidungen innerhalb nur einer Generation kaputt saniert und über Jahrhunderte gewachsene Strukturen, die vielleicht nicht immer dem modischen Zeitgeist entsprechen, nachhaltig zerstört. Bad Aussee hat diese wie andere modische Entwicklungen selten mit gemacht. Aber gerade deswegen ist Bad Aussee auch so beliebt. Nicht nur, aber gerade auch unter kunstsinnigen Menschen aus ganz Österreich, aus Deutschland und darüber hinaus. Grundsätzlich sind Shoppingcenter, die im Zentrum einer Gemeinde und nicht auf der grünen Wiese errichtet die bessere Variante. Angesichts der unglaublichen Schönheit von Bad Aussee und der vorhandenen entzückenden Geschäftsstraßen ist jedoch die Sinnhaftigkeit eines solchen Projektes sehr fragwürdig. Ohne irgendeinem der Befürworter nahe treten zu wollen. Es wird die Zeit kommen, wo jedem klar ist, dass das Potenzial Bad Aussees in Sachen Lebensqualität und Attraktion für Einheimische wie Liebhaber gerade in der Einzigartigkeit und Andersartigkeit dieser wunderschönen Stadt liegt und sicher nicht in einem austauschbaren Shoppingcenter mit den immer gleichen austauschbaren Filialen. Was die Überbauung der Traun betrifft, darf man schon - ausnahmsweise mit dem Zeitgeist argumentierend - anmerken, dass die Überbauung von Gewässern in Ortszentren ein Fehler ist, der mittlerweile fast überall erkannt wurde und durch kostspieligen Rückbau in vielen Gemeinden rückgängig gemacht wurde und wird. In der Hoffnung, Bad Aussee möge seinen Charme nicht nur behalten sondern sanft weiter entwickeln, verbleibt mit besten Grüßen, Christof Spörk